Die nachfolgende Familiengeschichte wurde vor 115 Jahren abgeschlossen. Rosemarie Flamme geb. Scheuffler (s.u. Ziff. 4 a 1) hat die in „Sütterlin“ (frühere Schreibschrift) handgeschriebene, im Steindruck verfielfältigte Fassung der Chronik bereits vor sieben Jahren in unsere heutige Schreibschrift handschriftlich übertragen bzw. übersetzt (wenige Wörter waren nicht zu entziffern). Ich, ihr Bruder Wolfgang, habe das Ganze endlich 2011 in den PC eingegeben und -für unseren Stamm fortgesetzt (s.u. das letzte Kapitel vor Ziff. 5/Namen und Wappen).

Starnberg-Leutstetten, Dezember 2011


Johann Gottlob’s Kinder, alle von der einen Mutter waren:

• Christiane Amalie, geb. 4. Mai 1722

• Johanne Christiane; geb. 5. September 1725

• Friedrich Gottlob, geb. 9. August 1727

• Christian Gottlob, geb. 23. November 1728

• Johann Gottlob, geb. 29. Dez. 1729

• Sigismund Gottlob, geb. 1. Mai 1732

• Friederike Amalie, geb. 22. August 1735

• Heinrich Gottlob, geb. 23. Januar 1737

• Juliane Sophie, geb. 1. Juni 1738

• Carl Gottlob, geb. 7. Februar 1741

• Ernst Gottlob, geb. 9. September 17 42 und

• Erdmunthe Wilhelmine, Geburtstag unbekannt.

 

Über die späteren Lebensgeschichten der Töchter weiß ich nichts. Von den Söhnen scheint Johann Gottlob frühzeitig gestorben zu sein. Christian Gottlob und Ernst Gottlob wurden beide Advokaten in Lommatzsch und starben ersterer am 10. Juli 1782, letzterer am 27. Mai 1795. Von den übrigen ist das folgende zu berichten, wobei ich unseren Ahn, dessen Nachkommenschaft die stärkste ist, wieder zuletzt bespreche.

 

a. Friedrich Gottlob,

der älteste Sohn, studierte zu Wittenberg die Rechte, erlangte den Titel eines Licentiatus iuris und ließ sich ebenfalls in seiner Heimatstadt als Advocat nieder, wo er sich mit Henriette Elisabeth Müllerin verheiratete; sie gebar ihm am 21 . October 1750 einen Sohn Johann Gottlob. Allein bald führte er einen Wechsel seiner Lebensstellung herbei. Auf der Universität hatte er das Missgeschick gehabt, einen anderen im Duell zu verwunden, der, als die Wunde bereits im Heilen begriffen war, sie beim Aufschlagen des verwundeten Armes beim Zechen wieder aufgerissen, damit ein Verbluten herbeigeführt hatte und gestorben war. Dieser Vorgang soll ihn so erregt und bewegt haben, dass er ihn noch nach einer Reihe von Jahren in seiner ruhigen Tätigkeit nicht litt, und er bei der sächsischen Armee als Auditeur in militärische Dienste trat. Er traf die Zeit schlimm.

Im October 1756 mußte sich das sächsische Chor unter dem Lilienstein angesichts des auf dem Königstein weilenden König kriegsgefangen dem Preußenkönig ergeben; während die Mannschaften in preußische Regimenter eingereiht wurden, hatten die Offiziere einen Revers zu unterzeichnen, bis zum Eintritt der Ruhe gegen den König von Preußen nicht die Waffen zu führen. Die harten Maßregeln, die gegen sie ergriffen wurden„ Entziehung als„. (?),Verhaftungen usw bewogen manche trotz Reverses Sachsen zu verlassen und außer Landes Dienst zu suchen. Die Gemeinen waren in hellen Haufen oder einzeln entwichen und namentlich nach Böhmen übergetreten.

Um diese Mannschaften nicht zum Bruches ihres Versprechens, nicht gegen Preußen zu dienen, zu verleiten, bestimmte man die österreichische Regierung zur Verwendung derselben auf einem anderen Kriegsschauplatze. Demgemäß wurden diese sog. Revententen?? (7331 Mann) Ende Juni 1757 aus Niederösterreich nach Ungarn verlegt und zur Besatzung dieses Königreichs gebraucht.

Auf diese Weise kam auch Friedrich Gottlob mit nach Ungarn, er ist aber bald, sei es den mancherlei Drangsalen, die die Truppen dort auszustehen hatten, oder wie die Überlieferung sagt, dem vielen Weintrinken erlegen und wohl noch im selben Jahre gestorben, in einem Ort an der Uhuna (?), dem Flusse, der die österreichische Militärregierung von den Staaten unter türkischer Oberherrschaft schied.

Sein schon genannter Sohn Johann Gottlob hat sich nach Annaberg gewendet, wo er als Amtsinspector und Advocat lebte, verheiratet mit Leonore, geb. Wex aus Döbeln. Er starb 1811 zu Wolkenstein, heimkehrend von der Hochzeit seines Sohnes.

 

Seine Kinder sind:

1. Carl, geb. 1793, wie der Vater Amtsinspector und Advocat in Annaberg,

verheiratet mit Minna Kupfer, Tochter des Postmeisters zu Zschopau, die 1860

als Witwe in Buchholz starb. Er selbst starb in den 40er Jahren, deren einziges

Kind

Karl Eduard geb. 1812 zu Annaberg, Kaufmann in Buchholz, verheiratet mit

Pauline, geb. Quartius, deren Kinder

a. Paul, geb. 11. Juli 1846, gest. 1864

b. Julie Marianne, geb. 10.Sept. 1847

c. Ernestine Fanny, geb. 24. Oct. 1848

d. Marie Agnes, gest. 1852

e. Karl Eduard geb. 14. April 1853, machte den Feldzug 1870/71 mit, seit Anfang

der 80er Jahre in Meißen, erst bei Schindler und Grünwald, ist zur Zeit Kassierer

der Städt. Sparkasse zu Meißen, verheiratet 1886 mit geb. Keller, davon Kinder

aa. Carl Eduard, geb. 11 . Jan. 1889

bb. Friedrich, geb. 28. August 1890.

f. Clara Auguste, geb. 10. April 1855

g. Franz Rudolph, geb. 11 Jan. 1863, Kaufmann in Zwickau, verheiratet 1889 mit

Theres Hering.

Ihre Kinder:

aa.Constanze Fanny Margarthe, geb. 30. Dez. 1889

bb.Marianne Therese Martha , geb. 15. März 1891

cc. Paul Rudolph Johannes, geb. 24. Juni 1892

dd.Carl Otto Rudolph, geb. 2. Sept. 1893

ee.Eduard Edmund Walther, geb. 27. April 1895

2. Emilie, verheiratet mit Musikdirektor Schneider in Merseburg

3. Caroline

4. Theres, verheiratet mit Schubert, gest. 1858

b. Sigismund Gottlob

war Advocat , erst in Lommatzsch, siedelte 1765 nach Meißen über, wurde daselbst Bürger und Hausbesitzer und führte den Titel Kammerkommissar, war verheiratet mit einer Tochter des Pfarrers zu Glösa und starb 1808.

Seine Kinder:

• Henriette Charlotte

  • Heinrich Gottlob, unverheiratet,

• Wilhelmine Henriette, verheiratet mit Advocat Lorenz in Bautzen, gest.

kinderlos in den 30er Jahren,

• Carl, Advocat in Meißen, unverheiratet, in den 20er Jahren verstorben.

• Friederike, unverheiratet in Waldheim gestorben und

• Christiane, mit Mayer Weiser, zuletzt als Pensionär in Dresden lebend, verh.

c. Carl Gottlob

Advocat und Gerichtsdirektor in Döbeln, erstmalig verheiratet mit seiner Base Christiane Sophie Charlotte, Tochter des Pfarrers Johann Gottfried Scheuffler in

Zwönitz (s.o. S 8/9, hier im Übertrag S. 5)

Caroline geb. 1770 und

Carl geb. 1771,

beide im Jahre 1777 verstorben und anderweit verheiratet mit Juliane geb. Pielitz, Tochter des Pastors zu Dörschnitz, die ihm drei Kinder schenkte:

aa. Caroline Christiane Friederike,geb. 1778, die unverheiratet in Döbeln lebte

und am 13.Jan.1859 starb,

bb. Friederike, geb. 1781, gest. 1808 und

cc. Charlotte Wilhelmine, geb. 7. Jan. 1790, verheiratet mit dem

Appelationsgerichtsregistrator T euch er in Dresden. Gest. 1 0. März 1814; (ihre Tochter Theres Wilhelmine geb. 9. April 1810 mit Corrector Moritz verheiratet) sie starb nach 1861 zu Oschatz.

(dd. Carl Gottlob starb 3. Sept. 1815).

d. Heinrich Gottlob

der vierte Sohn, unser Ahn, war iuris practicus und seit dem 13. Juli 1764 bis an sein Ende- er starb 5. August 1805- Stadtschreiber in der Vaterstadt Lommatzsch; er hatte als solcher die richterliche Tätigkeit in der Stadt selbständig auszuüben in Sachen aller Art, namentlich auch die Strafgerichtsbarkeit; Onkel Wilhelm erzählte mir, dass sein Großvater noch die Folter habe anwenden lassen müssen. Als ein Zeitgenosse Friedrich II. hat er, wie er des öfteren seinen Kindern erzählte, recht eigentlich den Ausbruch des siebenjährigen Krieges erlebt. Am Morgen des 28. August 1756 war der Kurfürstliche Hof von Dresden zur Abhaltung einer Jagd durch Lommatzdsch gefahren, als Eilboten den Einfall Friedrichs meldeten. Der Hof war im Fluge nach Dresden zurückgekehrt , während Friedrich noch am selben Abend in Lommatzsch anlangte.

Nachdem er selbst auf dem Markte seine Garde abkommandiert, nahm er in der Apotheke Quartier, und es dauerte nicht lange, so sah man den König im Erker stehen und sich mit Flötenspielen ergötzen. Heinrich Gottlob heiratete am 15. Sept. 1766 Rachel Friederike, die einzige Tochter des 1761 verstorbenen Pfarrers bei Großenhain, Mag. Andreas Kleeberg, am 2. Febr. 1693 zu Lüttnitz bei Mügeln von bäuerlichen Eltern geboren, derselben, dessen lebensgroßes Ölbild im geistlichen Ornate mit Allougenperücke ihn darstellend, in der Sakristei zu Lenz hängt. Auch diese Ehe war eine äußerst kinderreiche, 14 Kinder entsprossen ihr.

1. Heinrich Gottlob

Geb. am 3. März 1768,ließ sich nach vollendetem Studium der Rechte auf der Wittenberger Universität in Döbeln als Advocat nieder, wo sein Oheim bereits praktizierte, und verwaltete als Gerichtsdirektor auf einer Mehrzahl von Rittergütern in der Umgebung von Döbeln: Lüttewitz, Otzdorf, Ziegra, Heida, Ebersbach, Wutsehwitz, Stockhausen, Wöllerdorf die Patrimonialgerichtsbarkeit; bis in sein hohes Alter hinauf äußerst rüstig, ging er, die Hände auf dem Rücken und das Aktenheft unterm Arm, nach den genannten Gütern in jeder Jahreszeit zu Fuß. Er erreichte das Alter von fast 83 Jahren , das höchste, zu dem nachweislich bisher einer seines Stammes gelangte, und starb am 9. Februar 1851. Es ist mir im Gedächtnis geblieben, dass, als wir ihn auf dem Niedergottesacker zu Döbeln begruben, der damalige Pastor Weineck in der Grabrede sagte: „erst der Tod habe ihm die Feder aus der Hand genommen.“

Heinrich Gottlob war verheiratet mit Auguste Sophie Caroline Heise, der am 12. October 1770 geborenen Tochter des Leibmedicus Heise in Dresden, einer Frau von feiner Bildung und resolutem Charakter, welche Eigenschaften ihrer Familie namentlich in der schlimmen Kriegszeit, als die Franzosen im Quartier lagen, von Nutzen gewesen sind; sie starb am 19. März 1842.

Kinder:

1. Hermann. geb. zu Döbeln 23. November 1801 , Afranus extraneus, studierte zu Leipzig die Rechte, wurde ebenfalls Adovocat zu Döbeln, erhielt auch das Amt eines besoldeten Stadtrats übertragen, als welcher er in den Stürmen der Jahre 1848 und 1849 fast ganz allein stehend gegen die sehr erregte Umsturzpartei schweren Stand hatte und selbst seines Lebens nicht sicher war. Nach Wiederherstellung geordneter Verhältnisse gab er das städtische Amt auf, und übernahm er nach und nach … ….. … ……………………… .

Ruhmvoll war der Erfolg seiner Tätigkeit als Advocat bei der Verteidigung des wegen Ermordung seiner Ehefrau zu 20-jähriger Zuchthausstrafe verurteilten Arbeiters Prager. Er erwirkte die Freisprechung Prager· s , dessen Unschuld auch nachher durch Entdeckung des wirklichen Mörders klar erwiesen wurde .. Als Im Jahre 1854 im Landtage die Aufhebung der Patrimonialgerichte beraten und beschlossen wurde, mußte Hermann, selbst Abgeordneter seines Kreises, das nicht mehr zeitgemäße Institut, sehr zu seinem materiellen Nachteil, mit aufheben helfen. 1856 trat er in den Staatsdienst ein und siedelte nach Meißen über, wo er als Assessor, nachmals mit dem Titel Commissionsrat bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1872 wirkte.

Er starb am 26. Januar 187 4 zu Cölln an der Elbe, nachdem er ziemlich 45 Jahre lang mit Minna, der am 15. März 1805 zu Wurzen geb. Tochter des Geleitmannes Wilhelm Güntz und Gertraud Wilhelmine, geb. Zange verheiratet war.

Kinder:

a. Minna Chlotilde, geb. 27. Mai 1830 zu Döbeln, verheiratet mit Franz

Germann, Oberinspektor in Meißen als dessen zweite Ehefrau;

b. Helene Gertraud. geb. 27. August 1832 zu Döbeln;

c. Margarethe Elise. geb. 31. Oktober 1837 zu Döbeln, ad a,b,c in Meißen

lebend;

d. Heinrich Hermann. geb. 14. März 1842 zu Döbeln, studierte nach 6- jährigem Aufenthalt auf der Fürstenschule zu Grimma in Leipzig von 1862 – 1866 die Rechte, war ein Jahr lang in der Expedition des hochangesehenen Advocaten Dr. Stein 1 in Dresden beschäftigt, vom 1. April 1867 ab ununterbrochen im Staatsdienste als Referendar und seit 1870 Assessor in den Ämtern zu Priesnitz, Neusalza, Rochlitz, Leipzig, vom 1. Februar 1878 ab als Amtsrichter beim Amtsgericht Riesa, seit 1. Juni 1886 Oberamtsrichter in Großenhain, am 23. April 1893 mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Kgl. Sächs. Verdienstordens beliehen, die Verfasser dieser Chronica, für die sein Vater bereits den Stammbaum von Martin Scheuffler’s Zeiten vorgearbeitet hatte. Verheiratet seit 20. Juni 1871 mit Clara Pauline Richter, Tochter des Cantors Carl Gottlob Richter und Louise, geb. Engler in Neusalza (geb. 8.1 .1850).

Kinder:

aa. Marie Elisabeth, geb. 27. Januar 1873 zu Rochlitz;

bb. Gertraud Hermine, geb 4. November 187 4 in Leipzig, verlobt mit

Gymnasiallehrer Johann Hähnel in Dresden;

cc. Clara Marianne. geb. 18. Februar 1880 in Riesa.

2. Heinrich. geb. 28. Februar 1803 in Döbeln, ebenfalls Afraner, studierte in Leipzig Theologie, wurde nach einjährigem Aufenthalte als Hauslehrer in der Leipziger Patrizierfamilie von Blümner-Gruner , die er auf einer Reise nach Italien begleitete, Diaconus zu Frohburg, dann Pfarrer zu Greifenhain, woselbst er eine Zeitlang 1844-1846 die Sächsische Kirchenzeitung redigierte, seit 1856 zu Großzschocher bei Leipzig. Bei seinem Übertritt in den Ruhestand erhielt er die Auszeichnung des Kgl. Sächsischen Civilverdienstordens 1. Cl. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Altenburg, starb am 16. Dezember 1882, Er war verheiratet mit Pauline Amalie Constanze Hofmann, Tochter des Pfarrers Friedrich Burkhard Hofmann zu Großmilkau bei Rochlitz (gest. 9.6.1896).

Ihre Kinder:

a. Heinrich Johannes, geb. 26. August 1837 in Frohburg, alumnus Grimmensis, studierte zu Leipzig Theologie, seit 1863 Pfarrer, der bis dahin von den Löbauern geistlich bedienten Kirchengemeinde Lawalde; besonders verdienstvoll und allerwärts, wo evangelische Gemeinden bestehen, rühmlich bekannt durch seine unermüdliche und erfolgreiche Tätigkeit auf dem Gebiete des Gustav-Adolf-Vereins, Mitglied der fünften Kgl. Landessynode; verheiratet mit Bertha Wange, Tochter des Pfarrers Wange in Jahna bei Lommatzsch; dieser Ehe entstammt:

aa. Heinrich Johannes, geb. 14. Juli 1866 alumnus Afranus, studierte in Leipzig die Rechte, Referendar in Treuen/Plauen i. V., Leipzig, Chemnitz, Doctor iuris- der erste, der von den Scheufflers diesen Titel sich erwarb-, verlobt mit Margarete Koch, Tochter des Pfarrers Koch in Prau sitz.

Nach Berthas Tod 1866 heiratete Johannes deren Schwester lda, die ihm

bb. Marie Bertha , geb. 24. Juli 1873

cc. Martin Paul, geb. 15. März 1875, alumnus Afranus, jetzt Student der Rechte in Leipzig und

dd. Philipp Franz, geb. 5. Juli 1877, gest. 1886, schenkte.

Nach lda’s Tod 1885 wurde ihm in dritter Ehe mit Emma Laura geb. Kirsten (gest. 1895), Tochter des Gutsbesitzers Kirsten in Peschen bei Löbau.

ee. Hildegard am 13. November 1888 und

ff. Philipp Friedrich am 28. Dez. 1889 in Lawalde geboren.

b. Auguste Helene, geb. 13. Mai 1839 zu Frohburg, verheiratet 1865 mit Dr . Ernst, Richter, Philosoph und Schulmann , der im Jahre 1881 als Rektor des Gymnasiums zu Altenburg in voller Mannes- und Schaffenskraft durch einen Schlagfluß ihr entrissen wurde und sie mit fünf unerzogenen Kindern:

Gerhard Dr. mediz., Marianne, verlobt mit Dr. Fritz Wagner zu Altenburg,

13

Ottfried, Student der Philologie, Johann und Elisabeth zurückließ.

c. Heinrich Paul. geb. am 30. Januar 1841 zu Greifenhain, alumnus Grimmensis, studierte in Leipzig die Rechte, nach vorübergehender Beschäftigung bei Rechtsanwälten und im Dienst der Schönburg’schen … ?herrschaften im Gerichtsamt Glauchau, seit 1869 im Staatsdienst in den Bezirksgerichten Mittweida und Chemnitz, dann Gerichtsamtmann und Amtsrichter zu Schirgiswalde, Landgerichtsrat zu Bautzen und als Hilfsarbeiter beim Oberlandesgericht Dresden, jetzt Landgerichtsdirektor in Plauen, verheiratet seit 11 . Februar 1871 mit Anna Karing, Tochter des Pastors Karing aus Striegnitz bei Lommatzsch. Paul erhielt am 23. April 1895 das Ritterkreuz 1. Klasse vom Civildienstorden.

d. Heinrich Ernst geb. 19. August 1844 zu Greifenhain, tat es anfangs seinem Bruder Paul in allen Stücken nach, wurde aber 1879 Rechtsanwalt in Pirna, mit beschäftigungsreicher Expedition. Verheiratet mit Anna Köllner, Tochter des Justizamtmannes Hofrat Köllner zu Leipzig.

Ihre Kinder:

aa. llse Ottilie geb. u. gest. im August 1885

bb. Wolfgang geb. 23. Juli 1886, gest. 5. Mai 1887

cc. Wilhelm geb. 27. Februar 1888, sämtliche in Pirna.

Ernst starb zu Pirna am 7. Mai 1888

e. Heinrich Georg, geb. 26. Juni 1850 in Greifenhain, Schüler der Fürstenschule

zu Grimma und der Thomasschule zu Leipzig, zog, nachdem er in Leipzig Student der Rechte geworden war, 1870 als Vierfeldwebel des Kgl.Sächs. Schützenregiments (Nr. 108) in den Krieg, focht mit in den verschiedenen Schlachten bei St. Privat, Nouard, Beaumont, Sedan und machte die Belagerung von Paris in ihrer Dauer mit, im Oktober 1870 zu Lieutnant der Reserve befördert, erhielt er das eiserne Kreuz und die silberne Medaille zum Sächs. St. Heinrichsorden. Nachdem er unverwundet heimgekehrt war und seine Studien zu Ende geführt hatte, trat er in den Dienst des Staates.

Mit vorzüglichen Gaben des Geistes und Herzens ausgestattet, hatte er Anwartschaft auf eine ausgezeichnete Laufbahn, schon sehr jung leitete er im Landgericht Leipzig eine Civilkammer. Körperliche Leiden jedoch beeinträchtigten seine Tätigkeit und erzeugten in ihm eine nervöse Erregung,die auch die ruhige Stellung als Amtsrichter in dem hoch gelegenen Johanngeorgenstadt nicht zu beruhigen vermochte, nachdem er am 1. Dezember 1891 als Hilfsarbeiter beim Königl. Oberlandsgericht nach Dresden versetzt worden war, am 28. desselben Monats in unfaßbarer Weise dazu trieb, seinem Leben selbst ein Ende zu machen. Er liegt auf dem Kirchhofe zu Coswig bei Meißen begraben. Verheiratet war er mit Clara Ottilie Mannsfeld, Tochter des Oberamtsrichters Mannsfeld in Leipzig; Kinder:

aa. Ottilie Magdalena. geb. 1887, gest. 1888

bb. Heinrich Ernst Georg, geb. 7. Mai 1887 in Johanngeorgenstadt

cc. Johann Georg, geb. 3. März 1892 in Leipzig.

3. Wilhelm geb. 5. Juli 1804 in Döbeln, alumnus Afranus, studierte in Leipzig die Rechte, Advocat und Gerichtsdirektor, auch Rathmann in Lommatzsch. Nachdem in den Sturmjahren Ende der 40er Jahre seine Begeisterung ihm eine Zeitlang Haft in feuchten Gefängnissen in Lommatzsch eingebracht hatte, verlegte er seine advocatorische Tätigkeit nach Meißen, wo er namentlich den Ruf eines scharfsinnigen redegewandten Verteidigers genoß.

Er war verheiratet mit seiner Base Emma Schaufler, Tochter Hans Waldemar Schaufler‘ s, aus welcher Ehe entsprossen:

a. Hedwig, geb. 10. April 1834 in Lommatzsch, die im Jahre 1854 mit dem Pastor Werner in Wehlen up. Elbe sich verheiratete, jedoch in ihren ersten Wochen, nachdem sie ein Knäblein, Gustav Werner , jetziger Pastor in Neustadt-Waldenburg, vorher in Koselitz bei Großenhain, geboren hatte, 1855 starb.

b. Richard. geb. 29. Juli 1835 in Lommatzsch, alumnus Afranus und Student der Rechte in Leipzig. 1857 hatte Wilhelm das schwere Geschick, am 13. März seine Gattin und während er selbst schwer krank darniederlag, fünf Wochen später auch seinen Sohn am Typhus zu verlieren.

Im Oktober verheiratete er sich zum zweiten Male mit seiner Base Louise Scheuffler, der T echter des verstorbenen Pastors Scheuffler zu Leuben bei Lommatzsch .. Er starb am 23. Sept. 1878.

4. Marie Auguste

5. Henriette Auguste

6. Otto, alle drei zeitig vor der Geburt des nächsten Kindes verstorben.

7. Otto, geb. 8. Okt. 1811 in Döbeln, Schüler der Fürstenschule zu Meißen und der Nicolaischule in Leipzig , in welch letzterer Richard Wagner sein Nachbar war, studierte in Leipzig Theologie, seit 1838 Lehrer der Mädchenschule zu Lommatzsch. Schon als Knabe und Jüngling voll ungewöhnlichem Freiheitsdranges, schloß er sich der Bewegung in den Jahren 1848-1849 lebhaft an und trat selbst, damals schon Vater von 4 Kindern in Dresden, mit auf die Barrikade; nach Niederschlagung des Aufstandes kam auch er in Lommatzsch in Haft, es gelang ihm aber, unter lnstichlassung einer Kaution zu flüchten und nach Belgien zu entkommen. In Brüssel hat er als Lehrer und Prediger bald 20 Jahre mit seiner Familie gelebt; 1870 kehrte er in sein Vaterland zurück und ließ sich in Dresden nieder, erwarb auch daselbst ein Haus, Mathildenstraße 30. Er war seit 1839 verheiratet mit Adelheid Henriette Markendorf, T echter des Pfarrers Markendorf zu Nekanitz bei Lommatzsch, die 187 4 in Dresden starb, er selbst starb am 4. März 1893 in Dresden.

Seine Kinder:

a. Ottilie, geb. 16. Mai 1840,

b. Martin, geb. 10. November 1841, Techniker, ging 1868 von Brüssel nach

lllkirch-Grafenstade bei Straßburg i. E. , wo er auch während der Beschießung der Stadt blieb. 1872 kehrte er auch nach Sachsen zurück, lebt in Dresden,

c. Margarete geb. 2. April 1845, geprüfte Lehrerin , ging 1861 als Lehrerin nach England, war dann in Brüssel, teils im väterlichen Pensionat, teils als Gouvernante in vornehmen Häusern tätig, kam 1873 nach Dresden und wirkte daselbst an höheren Lehranstalten, jetzt im Kgl. Lehrerseminar.

15

d. Thusnelda, geb. 18. Okt. 1847, gest. 1850;

diese vier (a.-d.) in Lommatzsch geboren.

e. Henri, geb.20.Sept. 1851 in Brüssel, Kaufmann, wurde 1867 als prämierter Zeichenschüler auf Gemeindekosten zur Weltausstellung nach Paris entsendet, erlangte durch Option das belgische Staatsbürgerrecht, kam aber in den 70-er Jahren ebenfalls nach Dresden, wo er hier bei Gehe & Co.und nachmals bei J.P. Liebe Anstellung fand, in letzterem Geschäft noch jetzt als Prokurist tätig. Er ist verheiratet seit 27. Mai 1888 mit Helene Rosalie Legler, Tochter des Buchhändlers Legler in Dresden, ihre Kinder:

aa. Rosa Henriette, geb, 23. April 1889,

bb. Anna Margarethe, geb. 5, Januar 1892.

f. Thusnelda, geb. 16. Oktober 1852 in Brüssel, Malerin und Lehrerin der Mal- und Zeichenkunst. Ihre in der Dresdner Kunstausstellung ausgestellten Bilder, namentlich Blumenstücke, haben ihren Namen rühmlich bekannt gemacht.

g. Henriette. geb. 3. Juli 1856 in Brüssel, gest. 1880.

II. Friederike Henriette, geb. 28. Jan. 1769, gest. 2. Sept. 1784.

III. Johanne Caroline, geb. 30. August 1770, gest. 12. Sept. 1814.

IV. Christiane Wilhelmine, geb. 14. März 1772,

V. Rahel Concordia, geb. 20. April 1773, gest. 11. Mai 1828

VI. Friedrich Ernst geb. 6. Juli 1774, Advocat in Lommatzsch, Gerichtsdirektor zu Gröba b. Riesa, siedelte später nach Meißen über, blieb unverheiratet, starb im September 1849.

VII. Charlotte Sophie, geb. 6. Febr. 1776, verheiratet mit Dr. med. Klotz in Lommatzsch, kinderlos, starb 16. Juli 1824.

Vlll.Carl August, geb. 6. Februar 1776 zu Lauben bei Lommatzsch, erst (1807) Diaconus, dann seit 1830 Pfarrer, verheiratet mit Wilhelmine Köpping, Tochter des Pfarrers M.Christian Gottlieb Köpping zu Kiebitz (gest. 1847) und starb am 9. März 1841.

Kinder:

1. Karl, geb. 30 Dez. 1810, erst 4 Jahre auf der Fürstenschule St. Afra in Meißen, dann auf dem Gymnasium zu Freiberg, studierte 1830-1833 in Leipzig die Rechte (bekannt als tüchtiger Schläger beim Corps Lusatia), ließ sich zu Lommatzsch nieder, wo er zunächst Actuarius bei seinem Onkel Leberecht war, und 1842 Advocat, auch Gerichtsdirektor von Gröba bei Riesa wurde.

Infolge seiner Beteiligung an den 1849er politischen Ereignissen war er ein Jahr lang ebenfalls der Verfolgung ausgesetzt. Später auch Kgl. Sächsischer Notar. Starb am 18. Juni 1875 in Lommatzsch. Er war verheiratet (seit 21. Juni 1843) mit Louise Jacobi (best. 20 Sept. 1887).

Kinder:

a. Karl Leberecht, geb. 9. Juli 1844 in Lommatzsch, kam (nach Vorbereitung durch Dr. phil Hertel in Lommatzsch) zu Ostern 1856 in Pension, wurde Michaelis 1857 Alumnus der Fürstenschule St. Afra in Meißen; bezog am 16. Oktober 1863 die Universität Leipzig, studierte daselbst die Rechte und bestand das Examen praxi iuridica am 9. August 1867; war 1867 (1 . September – 1868 1. Oktober) als Rechtskandidat auf der Expedition des Advocat Stadtrath Julius Kretzschmar in Dresden, trat am 5. Oktober 1868 in die Expedition des Advocat u. Notar Dr. iur. E.A. Roux zu Leipzig als Rechtsanwalt ein, wurde 14. Februar 1873 Advocat, betrieb die advocatorische Tätigkeit gemeinschaftlich mit Dr. Roux und führt seit dessen am 25. März 1880 erfolgten Tode dieselbe Expedition allein fort; wurde 1890 auch Kgl. Sächs. Notar. Verheiratet (27./28. Oktober 1888) mit Louise Amalie Ottilie. Tochter des 187 4 in Grimma verstorbenen Assossor Gustav Nierth, früherem Stadtrat in Markranstädt.

b. Hans Waldemar, geb. 22. November 1845, gest. 7. Mai 1846.

c. Louise Franziska, geb. 1. Dezember 1846, verheiratet mit Apotheker Julius

Stark in Ostrau (Sachsen).

d. Adelheid Doris, geb. 2. Mai 1848

e. Minna Helene, geb. 19 Februar 1851, verheiratet mit Moritz Bartsch, Landgerichtsdirektor in Leipzig.

Kinder:

Johanna, geb. 1877; Margarethe geb. 1880; Elisabeth geb. 1882; Charlotte

geb. 1886

f. Otto Bernhard. geb. 8. Januar 1853, gest. 21 . April 1853.

g. Marie Johanna, geb. 22. November 1859; auf dem Conservatorium in Leipzig im Klavierspiel ausgezeichnet und prämiert, verheiratet mit Adolph Falck aus Zwickau, jetzt in Olbernhau.

2. Friedrich. geb. 4. August 1812, gelernter Buchbinder, trat in Innsbruck zum Katholizismus über, wurde geisteskrank und starb in der Anstalt zu Colditz in den 50er Jahren.

3. Wilhelmine, geb. 25. November 1813, verheiratet mit Rektor Dietrich in Meißen, als dessen dritte Gattin: Ihre Kinder: Marianne, Paul, Ulrike,

Johannes, Sophie, Emilie Agnes. Sie starb am 23. April 1882 in Meißen.

4. Ernst, geb. 18. Juni 1815, gelernter Buchdrucker, ging nach Amerika, dort hat er zuerst in Pittsburg als Schulmeister gewirkt, dann die Redaktion des „Pittsburger Freiheitsfreundes“ übernommen, im Jahre 1852 erst in Erie die Buchdruckerei des „Erie Zuschauer“ gegründet, dann nach Cleveland Ohio übersiedelnd, die „Cleveland Germania“ verlegt und redigiert, in der er während des Bürgerkrieges wacker die Sache des Nordens und der Union vertrat.

Nachdem er 1863 die Zeitung verkauft hatte, erwarb er erst eine kleinere Farm, 12 Acker bei Cleveland, auf der er eine Gärtnerei betrieb, 1873 eine größere von 104 Ackern Milan Pop. Erie Co (Ohio), 1853 verheiratete er sich mit Auguste Emilie Seehr aus Mittweida, er starb in guten Verhältnissen zu Norwalk-Ohio 1887.

Kinder:

a. Caroline Wilhelmine , geb. 18. Juli 1854, verheiratet mit g. Demmann in

unglücklicher Ehe, gest. 187 4. Ihr Sohn Oskar starb 1879.

b. Ernst Carl August, geb. 21. September 1855, verheiratet mit einer

Amerikanerin.

Kinder:

aa. Heinrich Otto geb. 20. Januar 1883

bb. Carotine Auguste, geb. 21 . März 1884

cc. Bessie Louise, geb. 19. November 1885

dd. Ernst Warren geb. 23. März 1887

ee. Daisy Mary geb. 14. April 1891

ff. Bertha Mary geb. 25. September 1892

c. Auguste Louise geb. 27. August 1857, verheiratet mit L.A.Chambres.

Otto Paul geb. 12. Oktober 1859, Landwirt auf der Farm Woodla Breeding Farm Milan, Ohio.

5. Louise, geb. 4. April 1817, stand etliche Jahre der Küche auf der Schule St. Afra vor (von welcher Zeit her sie bei manchem ehemaligen Afraner in gutem Andenken steht) und verheiratete sich 1858 mit ihrem Vetter Advocat Wilhelm Scheuffler (s.o. 1. 3), sie lebt als Witwe in Cölln/Elbe und hat im Jahr 1894 ihre Nichte Alma Hasemann, die sie von Kindheit an erzogen, als Tochter förmlich adoptiert.

6. Auguste geb. 16. August 1819, verheiratet 1857 mit dem Betriebsinspektor und Arkonisten an der König!. Porzellanmanufaktur zu Meißen, g. Selbmann; lebt als Witwe in Meißen.

7.Ernestine, geb. 25. Juni 1821, stand mehrere Jahre der Wirtschaft des Vitzthum ·sehen Gymnasiums zu Dresden vor, lebte dann mit Auguste in Meißen und starb bei dieser am 22. Februar 1896, Inhaberin des Kgl. Sächs. Sidonienordens für ihre Tätigkeit 1870-1871.

8. Otto geb. 3. Mai 1823, gelernter Drechsler, als solcher selbständig geworden zu Liebenwerda, ging 1850 nach Amerika und lebte als Farmer in Minnesota. Nach Einfall der Sioux-Indianer in das von ihm bewohnte Gebiet und Ermordung seiner Schwester (1/9) schloß er sich dem „Schwur der Rache“ als Kämpfer an.

Nachmals erhielt er, als ehemaliger Soldat, von der Regierung in Kansas 120 Acker Land vorzüglichen Weizenbodens, doch derart in der Wildnis gelegen, dass er zum Schutze gegen die Wölfe sein Feld mit der Flinte auf dem Rücken bestellen musste. 1881 verheiratete er sich mit Bertha Dietrich, Tochter aus 1. Ehe des verstorbenen Rektor Dietrich in Meißen (1. oben 3.); er lebt noch in Kansas Sylvan Groos Lincoln Country.

9. Marie geb. 30. Oktober 1824. Sie hat das traurigste Los in der Familie gezogen. Von Meißen aus, wo sie in der Familie Jacobi angenehme Stellung hatte, folgte sie 1850 ihrem Bruder Ernst nach Nordamerika. Sie verheiratete sich dort mit einem Deutschen, Heisbrich, und lebte mit ihm in Minnesota auf einer Farm vor Neu-Ulm, das dicht an die Reviere der damals noch ungebändigten Indianer heranlag. Ihre Verhältnisse waren zufriedenstellende, sie hatten zwei Mädchen Paula und Hedwig, ungefähr 1859 und 1860 geboren. Unter’m 13. April 1862 schreibt sie an ihre hiesigen Geschwister:

„Amerika ist mir lieb geworden, selbst der Ärmste fühlt die Unabhängigkeit in

vollem Maße; ich kann wirklich nicht passendere Worte finden für die

Gefühle, die ich dabei empfinde; könntet Ihr uns nur einmal besuchen, um die

Verhältnisse näher zu betrachten, ich glaube, Ihr würdet schwerlich in die alte

Welt zurück wollen,- warum ist mein Papier schon alle, wie viele Fragen

möchte ich noch an Euch richten , es ist mir, als sollte mein Herz zerspringen,

so eine Sehnsucht bemächtigt sich meiner“.

Das war ihr letzter Brief an die Ihrigen. Ahnungslos war sie am 21. August 1862 mit ihren kleinen Kindern daheim, ihr Gatte im nahen Walde, als plötzlich ein Haufen wilder Indianer ihr Haus umzingeln, sie und ihre Kinder herausreißen und die Kinder vor den Augen der Mutter , dann diese selbst grausam umbringen. Der Mann muß das mit ansehen und bleibt, im Gefühle völliger Unfähigkeit zu helfen sich verborgen haltend. Es war das jener durch seine Grausamkeit auch allgemeiner im Gedächtnis gebliebener Überfall der berüchtigten Sioux-
Indianer.

10. Franziska, geb. 23. Juli 1828, verheiratet mit dem Mechanikus Hasemann aus Wittenberg, jetzt in Berlin. Deren Kinder: Karl gest., Otto, gest., Hermann, Sophie,

Anna (s. bei 5.).

IX. Hans Wilhelm, geb. 29. Mai 1779, wurde nach Vaters Tode Stadtschreiber zu Lommatzsch, war auch advokatorisch tätig, verheiratet mit Wilhelmine geb. Rüdiger, Advocatentochter aus Oschatz. Er starb am 25. August 1817.

Seine Kinder:

1. Emma, geb. 28. Juli 1813, verheiratet mit Gerichtsdirektor Wilhelm Scheuffler

(s.o. 1 3), starb am 13. März 1857.

2. Minna. geb.15.März 1815, verheiratet mit Eduard Anton David Schreyer, Kultusministerialsekretär, dann Regierungsrat, zuletzt Oberkonsistorialrat zu Dresden, dem Verfassers des Codex des im Königreich Sachsen geltenden Kirchen- und Schulrechts (gest. 1889). Sie starb 1886.

Ihre Kinder: Hans Eduard, erst alumnus auf St. Afra, dann Chorsänger am Kgl Hoftheater zu Dresden; Minna lsidore, Emma Cölestine und Johanna Hedwig verheiratet mit dem österr. Eisenbahnbeamten Leopold Werner in Mährisch Trübau.

3. Hans Waldemar, geb. 11. Juli 1816, Afraner, studierte zu Leipzig, Mitbegründer des Corps Lisnia, Advocat in Meißen, erlebte im Jahre 1891 bei voller geistiger Frische und Tätigkeit das 50-jährige Jubiläum als König!. Sächs. Notar und erhielt anlässlich dessen den Titel Justizrath. Es entspricht seinem allzeit heiteren Gemüte, dass nach seinem am 2. Januar 1892 erfolgten Tode seine Erben der Stadt Meißen die Summe von 1.000 .. . gestiftet haben zu dem Zwecke, dass sie im nächsten Jahrhundert zur Begehung der Feier des 1000- jährigen Bestehens der Stadt verwendet werden.- Waldemar war verheiratet mit

Fanny, geb. Koch, Tochter des Dicu Criminaldirektors Dr. Gustav Koch aus

Leipzig, welche 1884 starb.

Kinder:

a. Hans Georg, geb. 1. Juni 1847 in Meißen, Afraner, studierte in Leipzig die Rechte, aktiv beim Corps Guestphalia, zog von da 1870 mit in den Krieg, kämpfte mit in allen Schlachten, bei denen das König!. Sächs. Schützenregiment Nr. 108 beteiligt war (vgl. bei 1.2.c.) und wurde als Reserveleutnant am 2. Dezember 1870 vor Paris an der Schulter durch Gewehrschuß verwundet. Nach der Heimkehr und nach beendigtem Studium trat er in den Staatsdienst, wurde 1879 Amtsrichter in Waldheim, 1882 in gleicher Stellung zum Amtsgericht Tharandt versetzt und gleichzeitig mit dem Vortrag des Rechts an der dortigen Forstakademie betraut; seit 1890 Amtsgerichtsrat. In Tharandt ist er nach längerem Leiden gestorben am 28. September 1894, früh 3 Uhr. Verheiratet 1880 mit Anna, Tochter des Fabrikanten Commerzienrath Weißker in Waldheim, verlor er seine junge Gattin im Juni 1884 durch den Tod, nachdem sie ihm drei Söhne geschenkt hatte:

aa. Hans Waldemar Adolf, geb. 28. Febr. 1882

bb. Hans Fritz. geb. 25. Januar 1883 und

cc. Hans Horst, geb. 3. Juni 1884

b. Louise Elisabeth. geb. 5. Dezember 1848, verheiratet mit dem Kaufmann

Carl Robert Kwetz, Stadtrat und (1893) Kgl.Sächs. Commerzienrat in Meißen; Ihre Kinder: Martha (1893 verheiratet mit Rechtsanwalt Kretzschmar in Dresden) und Conrad. Ein drittes Kind Margret starb frühzeitig.

 

c. Hans Friedrich Arthur, geb. 15. Oktober 1851, Kaufmann und Fabrikdirektor

in Neusalza a.O.,verheiratet mit Luise Koch, Tochter des Geh.

Regierungsrats Koch in Dresden. Kinder:

aa. Alfred. geb. 17. September 1884;

bb. Fanny Marie Elisabeth, geb. 4. Oktober 1884,

d. Hans Gustav Erich, geb. 7. November 1858. Eisenbahnassistent, zur Zeit in Reichenbergi. L. verheiratet mit CarolineJohanna Marie geb. Kumpert, Bürgerschuloberlehrers in Kratzau Tochter, deren Kinder:

4. Marie geb. 13. Dezember 1817, verheiratet gewesen mit Steueraufseher Enzmann in _Chemnitz, starb zu Dresden am 26. Dezember 1888. Ihre Kinder:

Marie Adele und Emma Sidonie, leben in Dresden.

X. Siegismund Gottlob

Geb. 30 März 1781. scheint sehr jung gestorben zu sein

XI. Gottfried Leberecht geb. 20. Juli 1782, Advocat und Gerichtsdirektor zu Lommatzsch. Sein Körper war etwas verwachsen und unscheinbar, aber es steckt darin ein scharfer Verstand und wer ihn persönlich gekannt hat, den habe ich sein echtes Gemüth rühmen hören. Er war erstmalig verheiratet mit Amalie Werther, Tochter des Pfarrers zu Leutewitz bei Riesa; diese Ehe wurde geschieden.

Leberecht verheiratete sich anderweit mit Adelheid geb. Weineck verw. Hacker, Pastorentochter aus Kohren. Er starb am 3. Juli 1844. Seine Kinder:

1. Theodore geb, 24. Dezember 1830, verheiratet mit R. Bartky in Zehren bei

Meißen;

Ihre Kinder: Georg, Kathinka, Theodor gest., Richard gest., Martha gest.

2. Cäcilie Luitgarde geb. 7. März 1841, verheiratet mit Pfarrer Karl Klotzsch in

Oberschöna bei Freiberg; ihre Kinder: Carl, gest.,Marie, Gertrud.

XII. Amalie Dorothea. geb. 19. Dezember 1783, starb 6. Juli 1794.

XIII. Marianne Friederike geb. 22. November 1785, die lange Zeit bis an ihr Ende in der Familie des Regierungsraths Schreyer (s.o. IX. 2) äußerst tätig und von allen Verwandten geliebt, lebte; sie starb am 21. April 1868.

XIV. Gottlieb Maximilian

Geb. 18. Oktober 1787, starb zu mir unbekannter Zeit.

 

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